Bald ist es zu Ende
Langsam aber unaufhaltsam gleite ich in Richtung Abschlussarbeit.
Was einerseits das lang ersehnte Ende meiner Fortbildung bedeutet, ist andererseits eine große Herausforderung für mich.
Projekte durchziehen ist nicht so das Problem, habe ich im Job schon oft genug gemacht (zugegeben, manchmal war es eher ein Durchschleifen als ein Durchziehen). Mein Problem ist eher der Anspruch an mich selbst, der damit einhergehende Realitätsverlust und, der harte Aufschlag auf dem Boden der Tatsachen.
Was ich damit meine?
Das Kleinvieh macht auch Mist Problem
Man nimmt sich etwas vor, bemerkt, dass man mit einer zusätzlichen Kleinigkeit viel mehr Nutzen bekommt. Irgendwann hat man so viele Kleinigkeiten dazu gebastelt, dass man feststellt: "Ich habe mich übernommen".
Mein Trick das zu vermeiden ist eigentlich recht simpel. Ich breche das Projekt auf seine Grundeigenschaft herunter und bringe diese konsequent zum Laufen. Erst wenn das geschafft ist, mache ich mir Gedanken um Erweiterungen. Diese Methode hat noch einen zusätzlichen Vorteil, wenn die Grundfunktionen laufen, hat man Erfolgserlebnisse in schneller Folge, das hilft ungemein bei einem Motivationstief. Geht man hingegen immer komplette Projekte an, stellen sich Erfolge erst gegen deren Ende ein.
Der Verlust der Lust
Am Anfang ist alles super, man macht sich Gedanken, findet und löst die ersten Probleme, sieht die ersten Erfolge.
Dann kommt etwas Unerwartetes dazwischen, man stößt an eine unangenehme Tätigkeit. Das könnte zum Beispiel eine Fleißarbeit sein oder ein komplexeres Problem.
Ich neige oft dazu, dieses vor mir herzuschieben. Am ende kommt das Projekt ins Stocken oder, mit etwas Pech, komplett zum Erliegen. Im Job passiert das nicht, dort ist Druck dahinter. Zu Hause fällt es leicht das Projekt einfach liegen zu lassen.
Ein Lösung habe ich noch nicht gefunden, vielleicht wäre eine Gruppe nicht schlecht. Wenn man zusammen in einer Gruppe arbeitet, ist man gezwungen das Projekt voranzutreiben, man will ja niemanden warten lassen. (Die Praxis schaut leider oft anders aus)
Das Prokrastinieren
Prokrastination ist ein tückisches kleines Monster! Es schleicht sich langsam an, packt dich mit seiner ganzen Kraft und lässt dich so schnell nicht mehr los.
Ich lese nur ein paar RSS-Feeds oder mal schauen was auf Twitter los ist, sind da ein paar Stichworte. Ruck zuck sind zwei Stunden um und man landet beim vorherigen Problem dem "Dem Verlust der Lust". Wenn ihr einen Tipp habt, wie man damit fertig wird, immer her damit.
Eigentlich wollte ich ja nur etwas fragen
Ich möchte die technische Dokumentation in Tex (oder besser LaTex) schreiben. Hat jemand von euch Erfahrung mit Latex? Haltet ihr das für keine so gut Idee und wenn ja warum? Habt ihr eine schöne Formatvorlage oder könnt sonst etwas zum Thema Latex (oder Alternativen) sagen, dann tobt euch bitte aus.
Klar, ich könnte auch Word oder seinen hässlichen kleinen Zwillingsbruder Writer (OpenOffice) benutzen...
Aber:
Habt ihr schon einmal versucht eine Dokumentation mit diesen "Tools" zu schreiben? Spätestens, wenn ihr in ein 20+ Seiten Dokument, am Anfang ein Inhaltsverzeichnis haben wollt und das nicht so funktioniert wie erhofft, wenn ihr stundenlang am Basteln seid, nur weil der Editor mal wieder das Format zerschossen hat, wisst ihr, was mein Problem an diesen Programmen ist.
Selbst falls man sich mit umständen arrangiert hat, bleibt immer noch das Problem mit der hässlichen Typografie, den Schusterjungen und Hurenkindern und zu dem unsäglichen Teil, das sich Formeleditor schimpft.
thinkJD
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September 16th, 2010
Also zu LaTex kann ich dir nix sagen. Ich rate dir aber davon ab, wenn du viel technisches Gedöns hast, Pläne, Quellcode etc. das ausschließlich mit Word zu machen. Meine Projektarbeit hatte 45Seiten.

Hatte das mal in Word reingepumpt…das Inhaltsverzeichnis hat dann immer unschön alle Seiten um ein paar Zeilen nach unten verschoben. Was dann das Format getötet hat.
Es gibt glaub einen Editor, der sich LyX schimpft. der hat so n look and feel wie Word, nimmt aber den LaTex-Satz.
Hab damals so gut es ging alles in PDF gequetscht. Auch Quellcode oder CAD`s. Heut kriegste ja für fast alle Formate n PDF-convert hin.
So richtige Alternativen sind mir nich wirklich bekannt…leider…ich kann halt nur aus eigener Erfahrung sprechen, dass ich mir mit vielen verschiedenen Editoren dann ein ganzes zusammengebaut hab.
Und wenn ich n tip gegen Prokrastination hätte, wär ich auch glücklich
Für die Projektthematik: Wir haben im Jahr im Schnitt 4 große Projekte. Der Erfolg kommt in der Tat immer gegen Ende, sodass du zu 85% dir immer in den Arsch beißen musst. Am Anfang konnt ich das nicht, weil ich gleich den maximalsten Erfolg erwartete…geht halt nich.
Da hilft nur eins: Projektkurse besuchen… So total spießige Sachen wie: Wie gehe ich an ein Projekt ran. Und so kram. Hilft, ja ich weis, kostet Geld und Zeit. Aber macht sich bezahlt und der Chef dankts dir.
Hab das jetzt nebenher getippert, hoff ich hab nich zuviel Bullshit geschrieben
Twitter: thinkJD
September 16th, 2010
Du rätst mir von LaTex ab oder von Word?
Ich habe mit Word bzw. Writer sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Trotz Formatvorlagen und dem ganzen Gedöns…
Projektkurse… wenn sie der Chef bezahlt gerne.
Man sollte immer in dir Weiterbildung der Mitarbeiter investieren. Das hat auch einen grosen Motivationsfaktor.
September 16th, 2010
Ich rate eher von Word ab…also anders gesagt, NUR word benutzen, wird dich in den Wahnsinn treiben. Geht von Inhaltsverzeichnis, bis gescheiter Formatierung…kann alles schief gehen.
Ich weis nicht, ob sich das mit Office 2010 gebessert hat. Hab damals noch mit 2003 gearbeitet.
Hast du nur reinen Text? Oder viel Zeichnungen, Tabellen, Formeln etc? Weil da ist Word irgendwie nich so pralle… Ich glaub für technische Dokus fällt mir auch nur LaTex ein. Leider :-/ Hab grad ma selbst gegoogelt. So groß Alternativen gibts da auch nicht.
Naja wenn dein Chef in dich investiert, dann würd ich das mal anregen. Normalerweise ist fast kein Chef abgeneigt in Schulungen zu investieren. Zumindest bei den technischen Berufen ist subventionierte Schulung eigentlich kein Problem
Twitter: thinkJD
September 16th, 2010
Zum Thema Schulungen kann ich mich nicht beklagen. Da ist alles in Butter.
Ich hatte sogar mal eine dieser berüchtigten Office Schulungen.
Mit den Eigenheiten von Word komme ich aber immer noch nicht klar und Menschen, die eine Datenbankanwendung in Excel realisieren und stolz verkünden wie sie mit einer 1000 Zeichen Formel über drei Arbeitsmappen und einmal quer durch Internet berechnen, wie lange sie schon eine DVD ausgeliehen haben sind, mir immer noch suspekt
Ich habe in erster Linie Text, ein paar Bilder und viel Sourcecode (wenn ich mit meinem Projekt durchkomme).
September 16th, 2010
Naja dann reicht doch eigentlich Word. Dann musste dich durchbeißen
Den Sourcecode kannste doch in Visual Studio machen und von da in PDF konvertieren oder?
Aber ich sag mal, solang du nich Tabellen oder komplexe Formelstrukturen da rein knallst, dann könnte es ja gehen.
Ich weis, Word ist ne Grauzone
Probiers ma mit der neusten Office Version.
Ansonsten…Texteditor von Windows xD
September 16th, 2010
Word ist nicht das Problem! Ich kenne ein Doku-Team das mit Word 2003 täglich Dokumente bis zu 600 Seiten mit bis zu 15 Inhaltsverzeichnissen in einem Dokument erstellt! Alles eine Frage einer sauberen Vorlage. Die Probleme entstehen erst, wenn man in den Formaten rumpfuscht und zu viele Tabellen verwendet und dort dann vielleicht nocht Textrahmen einsetzt. Word hat prinzipiell Mühe mit Tabellen…
Lieber ein Tool einsetzen, das man ein wenig kennt, als zusätzlich zur Abschlussarbeit noch ein neues Tool lernen zu müssen. Ich habe schon mehrere Abschlussarbeit beinahe am Scheitern gesehen, weil ein neues Dokumentationstool für die Abschlussarbeit angeschafft wurde.
Wenn es nun nicht Word sein darf, dann wie wäre es mit Daisy CMS? Ein Wiki, mit dem man aber sehr gut Handbücher erstellen kann. Der Clou an dem Ganzen ist, dass man Informationsmodule erfassen und zu einem Dokument zusammenfügen kann. Daisy CMS bietet natürlich auch eine Versionierung, ein Übersetzungsmanagement und einen Export nach PDF. Also wäre es doch mal was, dieses Tool anzuschauen.
Twitter: thinkJD
September 16th, 2010
Mit rumpfuschen hast du den Nagel auf den Kopf getroffen, meistens ist es genau das. Man erstellt sein Dokument, formatiert alles so, wie man es sich wünscht.
Dann fällt einem auf, dass die Überschrift 1 doch etwas dicker sein könnte und schon hat man den Salat.
Danke für die Infos, ich werde mir Daisy CMS einmal anschauen.
Twitter: thinkJD
September 17th, 2010
Nach langem hin und her steht fest:
Ich werde LaTex benutzen!
Die Ergebnisse sehen einfach zu schön aus.
November 1st, 2010
Ich würde dir auf jeden Fall Tex nahelegen. Besonders für technische Berichte, wie du einen vor dir hast, ist es echt klasse. Man braucht vielleicht etwas Zeit um am Anfang rein zu kommen. Aber das Ergebnis am Ende ist einfach top. Ich hab da auch ein paar Vorlagen. Sag einfach Bescheid.
Twitter: thinkJD
November 1st, 2010
Ich habe mittlerweile schon ordentlich damit rumgespielt. Es ist wie du sagst, wenn man es verstanden hat, halb so wild.
Wegen den Vorlagen werde ich dich noch einmal ansprechen.