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27Okt/10Off

Betty Teil 1 oder die wirklich universelle Fernbedienung

Kennt ihr noch die Betty? Dabei handelt es sich um eine interaktive Fernbedienung, welche 2006 von der Betty TV AG vertrieben wurde.Mit ihr konnte man Gewinnspielfragen beantworten, wetten, wer in einem Fußballspiel das nächste Tor schießt und so weiter.

In Wirklichkeit ging es natürlich darum, das Fernsehverhalten des Nutzers zu protokollieren und so wertvolle Daten für die Sender zu sammeln.
Das ist aber, wie so oft, eine andere Geschichte ...
Kurz nach der Einführung zeichnete sich schon ab, dass Couchpotatoes kein Interesse an Mitmachfernsehen haben (ein Fall für Captain Obvious) und das Projekt wurde gegen ende 2007 wieder eingestellt.

Die Datenübertragung zur Betty erfolgte vermutlich über Videotext, dazu war ein SCAT-Adapter im Lieferumfang enthalten. Um das System zu komplettieren, benötigt man natürlich auch einen Rückkanal. Dieser wurde mithilfe eines Modems realisiert. Die Kommunikation der einzelnen Komponenten wurde über Funk realisiert.

Da die Betty AG mit bis zu einer Million Kunden gerechnet hatte, aber nur knapp 100.000 Geräte absetzen konnte, blieben sie auf einer ganzen Menge dieser Fernbedienungen sitzen. Genau diese Restbestände, kann man jetzt für (sehr) wenig Geld an allen Ecken und Enden erwerben.

Warum ich euch das alles erzähle, fragt ihr euch?
Das ist leicht beantwortet, man muss sich die geniale Hardware nur mal etwas genauer anschauen:

  • Sie besitzt ein 160x128 Pixel LCD, welches auch Graustufen anzeigen kann.
  • Da es sich um eine Fernbedienung handelt, besitzt sie natürlich einen IR-Sender, welcher auch als Empfänger benutzt werden kann.
  • Ein 32bit arm übernimmt zusammen mit 64kByte sram und 8Mbit Flash die Denkaufgaben.
  • Die Kommunikation mit dem Modem und dem SCART-Adapter erfolgte über den CC1100 Funkchip von TI im 433Mhz Band.

Das war aber noch lange nicht alles, direkt nach dem Öffnen der Batterieabdeckung, kann man ihn auch schon erkennen, den feuchten Traum eines jeden Hardwarehackers :-)
Ein voll belegter PIN-Hader, der es ermöglich eine eigene Firmware in das Teil zu flashen.
An dieser Stelle mal ein dickes Danke an die Ingenieure!

(Wollt ihr eine haben? Ich habe noch genug :-) )

Das wars mit Teil 1 der Betty Serie, ihr werdet hier sicher noch mehr darüber lesen, da sie die Hardwareplattform für meine Projektarbeit bildet. Man muss eben praktisch denken ;-)

Falls ihr mehr darüber erfahren wollt, schaut mal auf der Seite BettyHacks vorbei.
Dort haben sich ein paar Open Source Hacker zusammengeschlossen um eine eigene Firmware für die Betty zu schreiben, die Ergebnisse können sich bis jetzt echt sehen lassen.
Es sind für alle Hardwarekomponenten Treiber vorhanden und die Fernbedienung kann bereits als komfortable Universalfernbedienung benutzt werden.

thinkJD

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