thinkJDs Blog WhooHoo es blinkt!!!

8Mrz/12Off

Platinen ätzen im RaumZeitLabor

Gestern hatten wir einen super Workshop in meinem Lieblings Hackerspace dem RaumZeitLabor in Mannheim.

Fabster gab mit viel Liebe zum Detail seine Erfahrung in der hohen Kunst der Leiterplattenherstellung zum Besten. In der Galerie könnt ihr die einzelnen Schritte gut nachvollziehen. Zuerst wurde das Negativ via selbst gebautem GesichtsbräunerScannerBelichter belichtet. Der nicht ausgehärtete Fotolack wurde im nächsten Schritt (entwickeln) gelöst. Man kann auf dem zweiten Bild gut erkennen, wie sich der Lack in feinen Schlieren von der Platine löst.

Nach 15 Minuten in der Ätzküvette löst sich das nun unbelackte Kupfer bei molligen 50° in der NatriumPerSlufatLösung.

Auf dem Bild fünf und sechs könnt ihr das Ergebnis bewundern. Ich war echt erstaunt, dass wir es geschafft haben bei nahezu jedem Versuch, reproduzierbar gute Ergebnisse zu erzielen. So wie es ausschaut, bin ich mit meinen bis dato so geliebten Lochrasterplatinen fertig. Man wird älter (und erfahrener).

Eine genaue Beschreibung des Prozess könnt ihr in unserem Wiki nachlesen.

thinkJD

21Dez/10Off

Ich würde auch gerne etwas mit Elektronik machen

Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mich verschiedene Leute schon gefragt haben, wie man etwas über Elektronik lernen kann. Meine Standardantwort ist meistens: Such dir ein Projekt und bleibe mit viel Biss dahinter.

Viel bessere Worte hat die grandiose Jeri Ellsworth gefunden:


(via)

Man darf einfach nicht aufgeben.

Ihr werdet Fehler machen!
Ihr werdet teure Bauteile schrotten!
Es wird am Anfang nichts funktionieren ...

Aber, und das ist das wichtigste, ihr werdet bei jedem Fehlversuch etwas gelernt haben. Beim nächsten Mal wird euch dieser Fehler sicher nicht mehr passieren.

Sucht euch Leute, mit denen ihr euch austauschen könnt. Schaut doch mal, ob es einen Hackerspace wie das Raumzeitlabor bei euch in der Nähe gibt. Geht dort hin und versucht Kontakte zu knüpfen. So kommt ihr noch schneller zu einem brauchbaren Ergebnis und vermeidet grundlegende Fehler von Anfang an.

Nach einiger Zeit werdet ihr zurückblicken und darüber lachen, wie ihr euch einst angestellt habt.

thinkJD

7Sep/10Off

Ein beinahe automatisches Akkordeon

Ihr habt sicher schon mein Fable für elektronische Instrumente bemerkt.
Des folgende Gerät ist mal wieder aus dieser Gattung.

Es handelt sich um ein elektronisches Akkordeon. Es wurde bereits im Jahr 1988, von dem russischen Ingenieur Vladimir Demin gebaut.
Er verwendet einen Hubmagnet für jede Taste. Die Magnete selbst werden über einen Computer angesteuert.
Nur die Luft muss noch selbst gepumpt werden.


(via)

Das Teil sprüht selbst heute noch vor Charme.

thinkJD

25Aug/10Off

Ahhhh Double Resistor SO INTENSE!

Da ich im Moment in der Schule sehr eingespannt bin, habe ich bis Dienstag wohl nicht so viel Zeit zum blogen. Um meine Postfrequenz zu halten, gibts trotzdem was für euch :-)

rainbow.png

Dieses coole Poster! Ihr erinnert euch sichen an den folgenden Typ :-)

Hier könnt ihr das abgefahrene, wundervolle Teil bekommen.
(via)

thinkJD

15Jul/10Off

Kernspeicher, ein wunderschönes Stück Retronik

Heute möchte ich euch mal wieder ein wundertolles Stück Hardwaregeschichte vorstellen.
Man könnte sagen, es handelt sich um den Vorgänger der Festplatte. Sie wurden um 1970 weit vor dem Transistor erfunden, um den damaligen Rechenmaschinen das Speichern zu ermöglichen. Die alten Hasen unter euch werden das Gerät sicher noch kennen, für mich war es neu (oder alt).

Es geht um Kernspeicher

by Konstantin Lanzet

by Konstantin Lanzet

Kernspeicher, dieser Name kommt nicht wie man vermuten könnte von Core Memory sondern von den Ferritkernen, welche die Daten speichern.
Ein Ferritkern, das ist nichts anderes als Metallspäne, welche unter hohem Druck gepresst werden. Den Vorgang nennt man Sintern, aber das nur am Rande. Sie haben die tolle Eigenschaft, dass sie sich magnetisieren lassen.
Jeder Kern entspricht also einem Bit. Die Kerne haben einen Durchmesser von 1mm, sie wurden per Hand unter dem Mikroskop zusammengebaut. Es war nicht möglich diese komplexen Gebilde maschinell herzustellen.
Besonders beeindruckend, es wurden Kernspeicher > 1MB gebaut. Nur um das Mal zu verdeutlichen, für ein MB Kernspeicher, waren mehrere Schaltschränke erforderlich.
Es mussten 8.388.608 einzelne Kerne mit jeh 3 Drähten verdrahtet und in Matrizen angeordnet werden.
Ein unfassbarer Arbeitsaufwand, der in unseren Breitengraden nicht bezahlbar war. Die Teile wurden hauptsächlich in China und anderen Billiglohnländern hergestellt. Ihr könnt ja mal nachzählen, wie groß der Speicher auf dem Bild gewesen ist.

Konstantin Lanzet

by Konstantin Lanzet

So, wenn es euch nicht langweilig geworden ist, erkläre ich noch die Funktionsweise:

Jeder stromdurchflossene Leiter "erzeugt" ein Magnetfeld. Man nennt das Induktion, umgekehrt klappt das auch. Dreht man eine Leiterschleife in einem Magnetfeld erzeugt man Strom. Das Geheimnis dieser Speicher beruht auf genau diesem Prinzip.
Wenn der Leiter, welcher durch das Loch im Kern geführt ist mit einer ausreichenden Stromstärke durchflossen wird, magnetisiert er den Ferritkern in Stromflussrichtung.
Um nicht jeden Kern einzelnen ansprechen zu müssen, was ein gigantischer Verdrahtungsaufwand gewesen wäre hat man sich dazu entschieden die Kerne in einem Gitter anzuordnen, und je zwei Drähte durch zu fädeln. Ein Draht hat alle Kerne einer Spalte miteinander verbunden, der Andere alle Kerne einer Zeile.
Das wird auch heute noch in vielen Geräten so gemacht. Tastenfelder in Handys oder LED-Anzeigen zum Beispiel.
Man benötigt etwa 800mA, um den Kern zu magnetisieren. Als hat man durch die Leitung, welche die Spalte angibt einfach 400mA fließen lassen. Das reicht noch nicht aus, um die Kerne in der Zeile zu magnetisieren. Wenn man allerdings 400mA durch den Spaltendraht schickt, fließen am Kreuzpunkt 800mA und der Kern wird magnetisiert.
Die Richtung der Spannung (Positiv Negativ) gab dabei an ob der Ferrit Positiv oder Negativ magnetisiert wurde. So konnte man mit 8 Zeilenleitungen und 8 Spaltenleitungen 8x8 also 68 bit adressieren. Genial oder? Man musste nur die Flussrichtung ändern, um die Information zu ändern.

Gut, schreiben können wir das Teil jetzt aber wie wird gelesen?
Das ist der eigentliche Hammer :-)

Neben den zwei Schreibdrähten wurde noch ein zusätzlicher Lesedraht durch die Kerne gefädelt. Jetzt kommt der eigentliche Gag (ich freu mich schon). Beim Auslesen wurde einfach jeder Kern nacheinander mit 0 beschrieben. Das bedeutet, es wurde eine definierte Stromrichtung an jeden einzelnen Kern angelegt. Wenn der Kern schon 0 war, passierte auf der Leseleitung nichts. War der Kern aber 1, wurde er von dem fließenden Strom von 1 auf 0 ummagnetisiert.
Und was passiert, wenn er ummagnetisiert wird und sich ein Leiter im inneren befindet? Richtig! Es wird eine Spannung induziert. Diese kann man an der Leseleitung messen. Überschreibt ma n also die 1 mit 0 gibt es einen Impuls auf der Leseleitung, da man ja von der Ansteuerungselektronik weiß, wo man gerade die 0 hingeschrieben hat, kennt man auch den Zustand an der Adresse.

Ihr habt sicher schon den Nachteil an dem System erkannt, es wird destruktiv gelesen. Das bedeutet, nach dem Auslesen ist das Bit zwangsläufig null. Will man die Information behalten, muss man nach dem Lesen das Bit wieder mit dem ursprünglichen Wert beschreiben. Was würde sich unsere Filmindustrie über diesen Datenträger freuen :-) Einmal anschauen und das Ding ist im Eimer.

Ich habe noch einen superspannenden Film zu den Kernspeichern gefunden, wenn ihr wie ich, von solchen Dingen nicht genug bekommen könnt. Dann schauts euch an :-)


(via)

thinkJD

12Jul/10Off

Hey Nikola, alles gute nachträglich!

OMG! Jetzt hab ich ganz den Geburtstag von Nikola Tesla vergessen.

www.teslasociety.com

Höre ich seinen nahmen, denke ich sofort an Spulen, Generatoren, Turbinen, Wechselstrom und Verschwörungstheorien.
Es gibt wohl kaum einen Wissenschaftler, der die Elektronik so beeinflusst hat und um den sich so viele Sagen ranken wie ihn.


(via)

Herzlichen Glückwunsch!

thinkJD