Ein Tag im Technoseum
Als ich gestern Morgen gerade die Augen geöffnet hatte, mich gähnend die letzten Reste Augenbutter (Klickt ruhig auf den Link
) aus den Augen gerieben habe und mich zu Madame_Hutch umdrehte, stellte sie mir folgende bedeutende Frage:
"Willst du mit mir ins Technoseum gehen?"
Klar wollte ich! Und wie ich wollte!
Also hastig zwischen Hose anziehen und Zähne Putzen, einen Kaffee in die Birne geschüttet und ab nach Mannheim. Das letzte mal war ich im Technoseum als es noch "Landesmuseum für Arbeit und Technik" hieß und ich etwa 10 Jahre alt war. Um so mehr freute ich mich mal wieder dort hin zu kommen.
Nach dem etwas holprigen Start (Ich hatte mein Navi vergessen) konnten wir endlich mit den Karten in der Hand in den Aufzug steigen, dort fährt man in das oberste Stockwerk und läuft das Museum dann in einer Spirale von oben nach unten ab. Dabei bewegt man sich auf einem Zeitstral vorwärts durch die technischen Entwicklungen, angefangen von Papierherstellung über Weberei, Dampfmaschienen bis hin zu Nanotechnologie.
In diesem Artikel habe ich die Museumsdidaktik des Deutschen Museum in München gelobt, ich muss sagen Mannheim hat es noch besser gemacht. Die Infotafeln sind sehr verständlich und an allen wichtigen Stationen befindet sich ein Fernseher an dem man sich einen, meist gut gemachten, Film zum Thema anschauen kann. An allen Ecken und Enden rennen die "Technoscouts" rum, diese kann man nach Lust und Laune mit seinen Fragen löchern.
Der Druckermeister, welcher mir gleich am Anfang über den Weg gelaufen ist bekam das gleich mal zu spüren
Ich habe ihn dann mal ordentlich zum Thema Hand und Maschinensatz gelöchert. Als er mir erzählte, er hätte früher an einer Linotype gesetzt, war ich sofort Feuer und Flamme und hab mit der Teil in allen Deteils erklären lassen. Er hatt mir eine Linotypematritze in die Hand gegeben. EINE LINOTYPEMATRITZE!!!
Ich hätte nie gedacht, dass ich das Teil mal anfassen darf.
Ihm hat es sichtlich Spaß gemacht, sein Wissen zu teilen, er wollte uns gar nicht mehr gehen lassen.
Trotzdem ist man als Laie ohne Führung warscheinlich etwas überfordert. Man sollte sich also entweder einen Geek mitnehmen oder eine der vielen Führungen buchen
Es gibt zwei Stockwerke im Museum, die speziell für Kinder zum Mitmachen einladen. Dort gibt es massig Versuche zum selbst ausprobieren, einiges davon auch geführt. So können die Kinder Stoffe weben, Kunststoff Spritzgießen und mit Hilfe von unzähligen Versuchen die Welt der Elektronik und Mechanik erkunden. Dem Gequicke nach zu urteilen hat ihnen das eine Menge Spaß gemacht und auch bei dem größten Muffel hebt sich die Laune schlagartig, wenn er mit einer echten Eisenbahn auf dem Museumsgelände mitfahren darf.
So genug geschwärmt, kommen wir zu den Bildern
In Sachen Technikmuseen bin ich ein eiskalter Profi. Ich war schon in vielen Museen im Inland, aber auch im Ausland komme ich an keinem Technikmuseum vorbei. Besonderes Interesse hatte ich schon immer für automatische Fertigung, Materialforschung, Militärtechnik und natürlich Astronomie und Raumfahrt.
Wie schaut es bei euch aus? Geht ihr gerne in ein Museum oder reicht euch die Wikipedia?
thinkJD
Deutsches Museum München (München Teil 1)
MadameHutch und ich sind große Fans von Städtereisen, zum Geburtstag habe ich einen Trip nach München geschenkt bekommen.
Das habe ich mir vor allem wegen einer Sache schon immer gewünscht, dem Deutschen Museum! Da wollte ich schon hin, als ich ein kleines Kind war. Jetzt konnte ich das endlich mal in die Tat umsetzen.
Es ist gigantisch was man dort zu sehen bekommt, sie haben sehr viele einzigartige Exponate und die Museumsdidaktik ist der Hammer! Die Infotafeln sind super beschrieben und die Exponate bauen gut aufeinander auf. Etwas technisches Grundwissen sollte man mitbringen, dann ist der Spaß garantiert
Madame Hutch hat tapfer die sieben Stunden mit mir im "Geek Wunderland" durchgestanden. Das ist nicht so einfach, wenn ich von Kasten zu Kasten renne "Boa, guck mal und das und daaa, und aahhhh DAS DA! WHOOOHOOO"
Ich habe euch mal ein paar meiner Schätzchen als Diashow zusammen gestellt. Besonders angetan hat es mir die Enigma, der moon rover und der Trompeter ![]()
Der Computer (grauer Kasten voller Röhren und Relais) stand übrigens mal an meiner Schule, als er dort ausgedient hatte, wurde er an das Museum gestiftet.
Es gibt so unglaublich viel zu sehen, dass es an einem Tag unmöglich zu schaffen ist. Falls es ein nächstes Mal gibt, werde ich drei Tage einplanen. So hat man genug Zeit noch die ein oder andere Führung mit dem wirklich kompetenten Personal mitzumachen.
Einziger Wermutstropfen, es ist leider nicht so viel Geld da. An den vielen Exponaten die "außer Betrieb" sind, kann man gut erkennen wie schlecht es dem Museum geht. Das kann ich vor allem deshalb nicht verstehen, weil für Kunst oft Geld locker gemacht wird. Technik scheint da nicht so von Interesse zu sein. Komisch, wenn man bedenkt das jeder mit einem Smartphone in der Tasche rum läuft und wir mit Mikrowellen unser Essen warm machen.
Da liegt doch die Frage auf der Zunge, was Kunst für das Fortkommen unserer Gesellschaft tut und ob unser Staat mit Künstlern seine dringend benötigten Steuereinnahmen decken kann. Meiner Meinung ist das wieder ein klares Beispiel von dem Aktionismus der in Deutschland herrscht. Los! Geben wir dem Kunstmuseum etwas Geld, dann stehen wir in der Zeitung und die Menschen denken wir tun etwas für die Kultur in unserem Land. Die wirklich sinnvollen Dinge bleiben dabei oft auf der Strecke.
Was ist deine Meinung zu diesem Thema? Warst du auch schon einmal im deutschen Museum? Hat es dir genau so gefallen wie mir oder war es eher öde? Ich freue mich über euer Feedback!
thinkJD
