thinkJDs Blog WhooHoo es blinkt!!!

1Sep/102

Entspannen mit Trioden

Fühlt ihr euch gestresst, ausgelaugt und dem Burn-out nahe?
Hockt ihr schon seid stunden über einer verdammten Race Condition und wisst nicht mehr, wo euch der Kopf steht?
Seid ihr schon seit Tagen an einem mysteriösen HF-Problem und findet einfach nicht das passende Leiterplattendesign?
Läuft die Kaffeemaschiene mal wieder auf  Vollast und die Brühruppe droht mit vorzeitiger Diestquittierung?

Dann wird es zeit für etwas Vitrage Elektronik, verpackt in einem wundetollen Video.
Zu sehen gibt es die Herstellung einer Triode in liebevoller Handarbeit. Das Video strömt Geduld geradezu aus. Um das Menü abzurunden, wird eine wunderbar Chillige Fahrstuhlmusik serviert. Ihr werdet die sieben Minuten nicht bereuen :-)


Elektronenröhren waren lange Zeit die einzigen (schnellen) steuerbaren Bauelemente in der Elektronik.
Sie bestehen meistens aus einem evakuiertem Glaskolben, im Inneren ist ein Konstrukt aus Elektroden und einem Steuergitter. Über die am Steuergitter angelegte Spannung, kann der Elektronenfluss zwischen Anode und Kathode beeinflusst werden.

Bei der im Video gezeigten Röhre, handelt es sich um eine Triode, sie wird vorwiegend als Verstärkerröhre eingesetzt.
So findet sie zum Beispiel in Audioverstärkern oder Funkgeräten Verwendung.
Heute haben wir, dank Halbleitertechnik, massenweise aktive Bauelemente wie Transistoren, Diacs, Thyristoren, FETs und so weiter.

Hier findet ihr eine Beschreibung der im Video verwendeten Gerätschaften und des Fertigungsprozesses, leider auf Französisch. Das sollte für euch ja kein Problem sein ;-)
Wikipedia hat auch einen recht großen Beitrag zum Thema und falls ihr dann immer noch nicht genug habt, schaut einfach mal auf der besten Röhrenseite Deutschlands (meine bescheidene Meinung:-) ) vorbei -> Jogis Röhrenbude.

Ich komme bei so einem Anblick immer ins Schwärmen, faszinierend wie einfach das ausschaut.
Leider beherrschen diese Kunst nur noch wenige Menschen. Auch die Röhre selbst hat etwas Faszinierendes, die liebe zum deteil und das Mysteryöse glühen der Anodenheizung machen sie zu einem ganz besonderem Stück Hardware.
Wie fandet ihr das Video? Besitzt jemand von eich einen Röhrenverstärker und möchte gerne ein bisschen was dazu erzählen?

thinkJD

16Jul/100

Dampfmaschine ohne Dampf

Warum macht er das? Vermutlich, weil er es kann!

Der Autor und Ingenieur H. P. Friedrichs aus Arizona schraubt für sein Leben gerne an ungewöhnlichen Apparaten. Vor kurzen hat er das Buch "Marvelous Magnetic Machines" herausgebracht. Dort beschreibt er den Bau und die Funktionsweise von wirklich tollen Motoren, gut die Mechanik dahinter ist nichts wirklich Besonderes, aber Umsetzung und Design sind kaum zu toppen. Wenn ihr mögt, schaut euch doch auch mal auf seiner Homepage um. Dort gibt es eine Menge geekiges Material zu bestaunen.

Im Grunde handelt es sich um Dampfmaschinen, der die Kolben entnommen und durch Hubmagnete ersetzt wurden. Früher war es übrigens gar nicht so leicht, eine Hubbewegung in eine Drehbewegung umzusetzen. Besonders bei großen Lasten, wie zum Beispiel einer Dampflok brauchte es Jahre, bis es endlich zuverlässig funktionierte.

thinkJD

15Jul/102

Kernspeicher, ein wunderschönes Stück Retronik

Heute möchte ich euch mal wieder ein wundertolles Stück Hardwaregeschichte vorstellen.
Man könnte sagen, es handelt sich um den Vorgänger der Festplatte. Sie wurden um 1970 weit vor dem Transistor erfunden, um den damaligen Rechenmaschinen das Speichern zu ermöglichen. Die alten Hasen unter euch werden das Gerät sicher noch kennen, für mich war es neu (oder alt).

Es geht um Kernspeicher

by Konstantin Lanzet

by Konstantin Lanzet

Kernspeicher, dieser Name kommt nicht wie man vermuten könnte von Core Memory sondern von den Ferritkernen, welche die Daten speichern.
Ein Ferritkern, das ist nichts anderes als Metallspäne, welche unter hohem Druck gepresst werden. Den Vorgang nennt man Sintern, aber das nur am Rande. Sie haben die tolle Eigenschaft, dass sie sich magnetisieren lassen.
Jeder Kern entspricht also einem Bit. Die Kerne haben einen Durchmesser von 1mm, sie wurden per Hand unter dem Mikroskop zusammengebaut. Es war nicht möglich diese komplexen Gebilde maschinell herzustellen.
Besonders beeindruckend, es wurden Kernspeicher > 1MB gebaut. Nur um das Mal zu verdeutlichen, für ein MB Kernspeicher, waren mehrere Schaltschränke erforderlich.
Es mussten 8.388.608 einzelne Kerne mit jeh 3 Drähten verdrahtet und in Matrizen angeordnet werden.
Ein unfassbarer Arbeitsaufwand, der in unseren Breitengraden nicht bezahlbar war. Die Teile wurden hauptsächlich in China und anderen Billiglohnländern hergestellt. Ihr könnt ja mal nachzählen, wie groß der Speicher auf dem Bild gewesen ist.

Konstantin Lanzet

by Konstantin Lanzet

So, wenn es euch nicht langweilig geworden ist, erkläre ich noch die Funktionsweise:

Jeder stromdurchflossene Leiter "erzeugt" ein Magnetfeld. Man nennt das Induktion, umgekehrt klappt das auch. Dreht man eine Leiterschleife in einem Magnetfeld erzeugt man Strom. Das Geheimnis dieser Speicher beruht auf genau diesem Prinzip.
Wenn der Leiter, welcher durch das Loch im Kern geführt ist mit einer ausreichenden Stromstärke durchflossen wird, magnetisiert er den Ferritkern in Stromflussrichtung.
Um nicht jeden Kern einzelnen ansprechen zu müssen, was ein gigantischer Verdrahtungsaufwand gewesen wäre hat man sich dazu entschieden die Kerne in einem Gitter anzuordnen, und je zwei Drähte durch zu fädeln. Ein Draht hat alle Kerne einer Spalte miteinander verbunden, der Andere alle Kerne einer Zeile.
Das wird auch heute noch in vielen Geräten so gemacht. Tastenfelder in Handys oder LED-Anzeigen zum Beispiel.
Man benötigt etwa 800mA, um den Kern zu magnetisieren. Als hat man durch die Leitung, welche die Spalte angibt einfach 400mA fließen lassen. Das reicht noch nicht aus, um die Kerne in der Zeile zu magnetisieren. Wenn man allerdings 400mA durch den Spaltendraht schickt, fließen am Kreuzpunkt 800mA und der Kern wird magnetisiert.
Die Richtung der Spannung (Positiv Negativ) gab dabei an ob der Ferrit Positiv oder Negativ magnetisiert wurde. So konnte man mit 8 Zeilenleitungen und 8 Spaltenleitungen 8x8 also 68 bit adressieren. Genial oder? Man musste nur die Flussrichtung ändern, um die Information zu ändern.

Gut, schreiben können wir das Teil jetzt aber wie wird gelesen?
Das ist der eigentliche Hammer :-)

Neben den zwei Schreibdrähten wurde noch ein zusätzlicher Lesedraht durch die Kerne gefädelt. Jetzt kommt der eigentliche Gag (ich freu mich schon). Beim Auslesen wurde einfach jeder Kern nacheinander mit 0 beschrieben. Das bedeutet, es wurde eine definierte Stromrichtung an jeden einzelnen Kern angelegt. Wenn der Kern schon 0 war, passierte auf der Leseleitung nichts. War der Kern aber 1, wurde er von dem fließenden Strom von 1 auf 0 ummagnetisiert.
Und was passiert, wenn er ummagnetisiert wird und sich ein Leiter im inneren befindet? Richtig! Es wird eine Spannung induziert. Diese kann man an der Leseleitung messen. Überschreibt ma n also die 1 mit 0 gibt es einen Impuls auf der Leseleitung, da man ja von der Ansteuerungselektronik weiß, wo man gerade die 0 hingeschrieben hat, kennt man auch den Zustand an der Adresse.

Ihr habt sicher schon den Nachteil an dem System erkannt, es wird destruktiv gelesen. Das bedeutet, nach dem Auslesen ist das Bit zwangsläufig null. Will man die Information behalten, muss man nach dem Lesen das Bit wieder mit dem ursprünglichen Wert beschreiben. Was würde sich unsere Filmindustrie über diesen Datenträger freuen :-) Einmal anschauen und das Ding ist im Eimer.

Ich habe noch einen superspannenden Film zu den Kernspeichern gefunden, wenn ihr wie ich, von solchen Dingen nicht genug bekommen könnt. Dann schauts euch an :-)


(via)

thinkJD

11Jun/100

Die 5 Giganten (oder A Is For Atom)

Unabhängig davon, was ich von Atomenergie halte (evtl. werde ich mal etwas dazu schreiben), kann man ihr eines nicht absprechen, sie ist ungemein faszinierend! Ich möchte euch dieses Video von 1952 ans Herz legen, wenn man die Propaganda ausblendet, kann man eine Menge beim Anschauen lernen:


(via Kraftfuttermischwerk)

Hier könnt ihr noch ein paar Infos zur  schwachen Kernkraft (im Video bei 02:35) nachlesen.
Einen Teilchenbeschläuniger (im Video bei 05:55) habe ich schon einmal Live gesehen, genauer gesagt, ich war drunter gestanden (in wirklichkeit war ich gelegen HiHiHi) und habe das folgende Bild aufgenommen:

Ich hoffe das Video hat euch genau so gefallen wie mir, gerne könnt ihr auch einen Kommentar hinterlassen :-)

thinkJD

8Jun/100

Das RoboPult

Eigentlich machen sie Energydrinks, und wie es sich für einen seriösen Energydrink Hersteller gehört, haben auch sie einen Hang zum extremen. Dabei ist folgende Konstruktion entstanden. Sie benutzen einen Roboterarm (Kuka, wenn mich nicht alles täuscht) und haben ihn mit einer Schlinge ausgestattet.


In die Schlinge kann man Bowlingkugeln, Wassermelonen oder Brandsätze packen. Die passende Software rechnet die benötigten Armstellungen und Winkelgeschwindigkeiten aus, um die Ziele, welche auf dem Webcambild erscheinen, zu treffen.

Einen Mausklick später fliegen die Geschosse schon in hohem Bogen Richtung Ziel. So macht Technik Spaß :-)

Hier gibt es noch mehr Informationen zu dem Apparat :-) Wie findet ihr das Teil? Habt ihr schon einmal etwas Vergleichbares gesehen?

thinkJD

22Mai/102

Die Mausefalle, die nicht funktioniert

Könnt ihr euch noch an das Spiel "Mausefalle" erinnern? Es war damals DAS Spiel für kleine Geeks :-) Im Netz bin ich über das folgende Video gestolpert und ich konnte so gut mitfühlen. Das Scheiß Teil hat einfach nie funktioniert ...

Bravo Traube war da viel cooler, leider habe ich kein Video dazu gefunden. Im Groben ging es darum, in mühevoller Handarbeit kleine Traubenmännchen zu kneten, welche während dem Spiel äußerst brutal zerquetscht wurden. Ich kann sogar noch das Werbelied:

Bravo Traube, die Trauben sind so weit.
Quitsch-quatsch, Traubenmatsch,
du machst sie alle breit.
Sie wollen fliehen, sie wollen fliehen
doch keiner kann sich dir entziiiiiehn...
Bravo Traube heißt das Spiel
und Traubenmatsch das Ziel!

Fuckdammt war das ein guter Werbetexter, ich meine das ist schon einige Jahre her.

thinkJD

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