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6Mai/103

Ein wunderschönes Stück Hardware

by C Ford

Wisst ihr was ein Gleichrichter ist?
Dabei handelt es sich um ein Ding, welches aus Wechselspannung (Steckdose) Gleichspannung (Batterie) macht. Während, ohne Gleichspannung, heut rein gar nichts mehr geht, wurde sie früher eigentlich nur für einige Sonderfälle gebraucht. Motoren oder Galvanisieren sind da zwei passende Buzzwords.

Man muss noch erwähnen, dass Wechselspannung weitaus einfacher zu "produzieren" (<- eigentlich umwandeln, das ist aber ein anderes Thema) ist als Gleichspannung. Das war früher schon so und hat sich auch nicht groß geändert.
Ein Gleichrichter besteht meist aus Dioden oder Thyristoren, dank Silizium kein Problem. Doch was war vor der Entdeckung dieses "Wunderwerkstoffs"? Damals gab es, zu diesem Zweck, das wohl schönste Stück Vintage Hardware das ich jeh gesehen habe.

Darf ich vorstellen, der Quecksilberdampfgleichrichter:

Zonk43

Auf dem Bild seht ihr ein Modell, welches aus einer 3-phasigen Wechselspannung, eine sehr glatte Gleichspannung mit hoher Leistung macht. Wie der Name schon sagt, enthält die Kugel eine große Menge Quecksilber. Dieses befindet sich im unteren Bereich. Über dem See aus Quecksilber befinden sich eine oder mehrere Heizelektroden. Sie verdampfen das Quecksilber, welches im oberen Bereich der Birne wieder kondensiert und in den See zurück fließt. So entsteht in der Birne eine leicht ionisierbare Athmosphäre. Um die Röhre in Gang zu bekommen, wird sie erst einmal aufgeheizt. Dann muss sie gezündet werden, mit Hilfe eines Magneten wird eine Eektrode in den See eingetaucht. Beim Auftauchen zündet ein Lichtbogen. Jetzt wandert dieser Lichtbogen zu dem gerade positiv geladenen Ärmchen. Wird das nächste Ärmchen positiver, wandert der Lichtbogen zur nächsten positiven Elektrode und so weiter. Wie ein Ventilator :-) Am unteren Ende, kann am Quecksilbersee eine Gleichspannung abgegriffen werden.

Während die Frequenz der Spannung auf dem vorherigen Video zu Demozwecken reduziert war, könnt ihr die Röhre im folgenden Video richtig in Aktion sehen. Achtet auf die Lichtpunkte am Boden, dort seht ihr richtig gut, wie der Lichtbogen von Elektrode zu Elektrode wandert.

Ist das nicht wunderschön?

Nachtrag:

Ein moderner Siliziumgleichrichter mit gleicher Leistung wie oben gezeigt, schaut heute übrigens so aus:

Zum vergleich, das Teil ist etwa so groß wie fünf gestapelte 2-Euro Stücke.

thinkJD

29Apr/100

Die Socken-Gatling

Ich stehe ziemlich auf Elektronik und Programmieren. Sehe ich aber eine tolle Mechanik, bin ich auch hierfür äußerst begeisterungsfähig.
Diese wirklich wunderschöne Mechanik ist mir letztens über den Weg gelaufen:

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Ikiwaner

Dabei handelt es sich um eine  Rundstrickmaschine, ich würde das Teil ja eher Socken-Gatling nennen :-)   Ratatatata feuert sie Socken aus allen Rohren und das bei einem Alter von über 100 Jahren!

thinkJD

12Apr/100

just another Twitter Client

Wisst ihr warum die serielle Schnittstelle unter Unix /dev/tty heißt?

TTY leitet sich von Teletype ab, die Firma Teletype vertrieb sehr erfolgreich solche Fernschreiber.

Sie funktionieren genau wie ein serielles Terminal. Die Tastatur beinhaltet den Sender, das Druckwerk den Empfänger. Geschriebener Text wurde durch die Telefonleitung geschickt und am anderen Ende sofort ausgegeben. Die Jungs von NYC-Resistor, haben eine fünfzig Jahre alte Teletype Model 15, zu einem extrem coolen Twitter Client umgebaut:

Könnte ich mir auch bestens in meinem Wohnzimmer vorstellen. Abends ein Buch, bei dem beruhigenden Klackern der Teletype. Ach ich komme schon wieder ins schwärmen :-)

thinkJD

28Mrz/100

Die grandiose Linotype

In diesem Artikel geht es um die grandiose Linotype (Steht ja auch schon im Titel :-) )
Die Linotype wurde von Ottmar Mergenthaler entwickelt und erstmals 1886  vorgestellt. Sie stellt das Bindeglied zwischen Handsatz und Desktop-Publishing dar.

Der Operator bedient eine Tastatur. Daraufhin fällt eine Matritze (einzelner Buchstabe zum abgießen) aus dem Magazin und wird aufgereiht. Ist eine Zeile abgeschlossen, dreht sich der Matrizen Revolver und die Zeile wird mit flüssigem Metall abgegossen.
Die Mechanik ist beeindruckend.

Ich will jetzt gar nicht so viel schwafeln und euch das Teil einfach vorstellen:

Linotype Teil 1 Klick Mich!

(Dass müsste jetzt nicht sein, wenn sich dieses Schei* Video einbinden liese)

Später wurde der Operator durch Lochkarten ersetzt. So konnte die Herstellung der Druckplatten weiter automatisiert werden. Der Operator musste nun auch nicht mehr in der Druckerei arbeiten. Die Eingabe der Daten geschah allerdings weiterhin über die Tastatur. An dieser wurde eine Konstruktion angebracht die die Tasten anhand der Daten, die sie aus den Lochkarten las betätigte.

Falls ihr immer noch nicht genug habt, hier noch der zweite Teil des Videos:

Klick mich!

[ Quelle:  http://de.wikipedia.org/wiki/Linotype-Setzmaschine ]
[ Quelle:  http://chaosradio.ccc.de/ctv122.html ]

thinkJD

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